Die Bourse de Commerce im Herzen von Paris ist selbst ein Meisterwerk der Schichtung. Einst Handelsbörse des 18. Jahrhunderts, dann Zentrum des Warenverkehrs, schließlich lange Zeit im Dornröschenschlaf – bis François Pinault dem Haus eine neue Rolle gab: die der Kunst. 2021 öffnete das Museum der Pinault Collection nach einem tiefgreifenden Eingriff von Tadao Ando seine Türensind eine Art von beweglichen Barrieren, die verwendet werden, um Räume und Bereiche voneinander zu trennen oder zu schützen. Sie bestehen in der Regel aus Holz, Metall, Glas oder Kunststoff und können in verschiedenen Größen, Formen und Stilen hergestellt werden. Als Türen bezeichnet man in der Architektur Bauteile, die Öffnungen…. Ando setzte dem historischen Bau einen markanten Kontrapunkt ein: einen neun Meter hohen Betonring, präzise wie ein archaisches Instrument, mit den für ihn typischen Schalungslöchern. Er dient als Treppenaufgang, Verteiler, Aussichtsplattform – und als Bühne für das Spiel von Kunst und Architektur.
Dieser Ring war schon 2021 ein architektonischer Paukenschlag (vgl. Baumeister 10/2021). Heute, vier Jahre später, klingt er ganz neu. Denn in der Rotunde, unter der gläsernen Kuppel von 1812, entfaltet sich derzeit eine Arbeit, die das Bauwerk mit Klang, Bewegung und Spiegelungen erfüllt: „Clinamen“ von Céleste Boursier-Mougenot.
