Wie kann die sozial-ökologische Transformation unserer Städte und Regionen gelingen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Wanderausstellung „Baustelle Transformation. Zehn Strategien für Stadt und Land“, die vom 28. August bis 11. Oktober 2026 in der ehemaligen Bahnpostkantine im Erfurter Bahnhallenquartier zu sehen ist. Organisiert vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) und dem Deutschen Architektur Zentrum (DAZ), rückt die Ausstellung den baulichen Bestand als zentraleZentrale: Eine Zentrale ist eine Einrichtung, die in der Sicherheitstechnik als Steuerungszentrum für verschiedene Alarmvorrichtungen fungiert. Sie empfängt und verarbeitet Signale von Überwachungseinrichtungen und löst bei Bedarf Alarm aus. Ressource für eine klimagerechte Zukunft in den Fokus.
Die Wahl des Ausstellungsortes ist dabei bewusst getroffen: Die leerstehende Bahnpostkantine befindet sich in einem Quartier im Wandel und macht den Zustand des „Dazwischen“ unmittelbar erlebbar. Hier treffen Fragen nach UmbauUmbau ist ein Begriff, der sich auf die Veränderung oder Renovierung eines bestehenden Gebäudes oder Raums bezieht., Zwischennutzung und zukünftiger Stadtentwicklung auf einen realen Ort der Transformation.
Bestand statt Abriss: Zehn Strategien für die Bauwende
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zehn Strategien, die Architektinnen, Architekten sowie Urbanistinnen und Urbanisten für eine nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land entwickelt haben. Anstelle von Abriss und Neubau plädiert das Projekt für den intelligenten Umgang mit dem Bestand. Umbauten, experimentelle Nutzungen, temporäre Konzepte und neue Formen gemeinschaftlicher Verantwortung werden als zentrale Instrumente einer klimagerechten Baukultur vorgestellt.
Die Ausstellung versteht Transformation nicht als abgeschlossenen Zustand, sondern als fortlaufenden Prozess. Sie lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Zukunft der gebauten Umwelt als gemeinschaftliche Aufgabe zu begreifen und neue Perspektiven auf bestehende Gebäude und Stadträume zu entwickeln.
Die Bahnpostkantine wird selbst zum Ausstellungsobjekt
Mit der ehemaligen Bahnpostkantine im Bahnhallenquartier findet die Ausstellung einen Ort, der ihre Inhalte unmittelbar widerspiegelt. Der leerstehende Bau befindet sich selbst in einem Transformationsprozess und wird damit Teil der kuratorischen Erzählung. Ausstellung und Architektur treten in einen direkten Dialog und machen sichtbar, welches Potenzial in bestehenden Gebäuden steckt.
Der temporäre Charakter des Ortes unterstreicht die zentrale Botschaft der Ausstellung: Zukunft entsteht nicht ausschließlich durch Neubauten, sondern vor allem durch die intelligente Weiterentwicklung vorhandener Strukturen.
Flexible Architektur für eine wandelbare Ausstellung
Auch die Gestaltung der Ausstellung folgt dem Gedanken der Transformation. Zentrales Gestaltungselement ist der sogenannte „Bock“ – ein einfaches, flexibel einsetzbares Objekt, das als Symbol für Improvisation, Wiederverwendung und kollektives Arbeiten dient.
Aus zahlreichen Böcken entsteht eine wandelbare Ausstellungslandschaft, die sich je nach Nutzung verändern lässt. Die Elemente fungieren als Sitzgelegenheiten, Präsentationsflächen oder temporäre Kioske und machen die Ausstellung selbst zu einem dynamischen Raum. So wird die Idee des Umbaus nicht nur thematisch vermittelt, sondern räumlich erfahrbar.
Begleitprogramm mit Vorträgen, Werkstattgesprächen und Symposium
Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm. Bereits am 27. August 2026 findet die Eröffnung statt. Während der Laufzeit ergänzen Führungen, Vorträge, Werkstattgespräche und ein Symposium das Ausstellungsangebot.
Zu den Höhepunkten zählen Führungen durch das Bahnhallenquartier im Rahmen der Denkmaltage Erfurt, Werkstattgespräche zu den Themen Bestand und Prozess sowie Bestand und EnergieEnergie: die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme zu erzeugen. und das Symposium „Transformation gestalten. Wert der Planung“. Darüber hinaus kooperiert die Ausstellung im Oktober mit der Bauhaus-Universität Weimar und der Fachhochschule Erfurt im Rahmen einer Hochschulwoche.
Kostenlose öffentliche Führungen finden jeden Samstag um 16 Uhr statt.
Kooperationen für eine zukunftsfähige Baukultur
„Baustelle Transformation. Zehn Strategien für Stadt und Land“ ist eine Ausstellung und Publikation des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) sowie des Deutschen Architektur Zentrums (DAZ). Kuratiert wurde das Projekt von Laura Holzberg, Alissia Hoffmann und Dr. Olaf Bahner.
In Erfurt entsteht die Ausstellung in Kooperation mit dem BDA Thüringen und der Stiftung Baukultur Thüringen. Weitere Partner sind unter anderem die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, die Thüringer Aufbaubank, die Stadt Erfurt, Architects for Future Erfurt, die Fachhochschule Erfurt sowie die Bauhaus-Universität Weimar.
Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms „Maßnahmen auf dem Gebiet der Baukultur“ durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert.
Ausstellung auf einen Blick
Ausstellung: Baustelle Transformation. Zehn Strategien für Stadt und Land
Ort: Bahnpostkantine im Bahnhallenquartier (Dachgeschoss), Thomasstraße 29, 99084 Erfurt
Laufzeit: 28. August bis 11. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr
Führungen: Jeden Samstag um 16 Uhr, Teilnahme kostenlos
