Baumeister Academy 2020: Henning Larsen Architects

Bock auf ein sechsmonatiges Praktikum mit Stipendium? Dann los. Ab jetzt kannst du dich für die Baumeister Academy 2020 bewerben. Mit dabei sind dieses Jahr die Architekturbüros Adjaye Associates (London), Super Future Collective (Nürnberg), SeARCH (Amsterdam), Urban Design (Stockholm) und… das Henning Larsen (München). Henning Larsen? Genau: Das ist der dänische Architekt, der unter anderem für die königliche Oper in Kopenhagen oder das Konzerthaus Harpa in Reykjavík berühmt ist. Das dänische Büro hat aber auch eine Dependance in München. Wir haben mit dem Partner Werner Frosch über seine Macken und seine größte Niederlage gesprochen. 

Henning Larsen aus München

1959 gründete des dänische Architekt Henning Larsen das Büro, das schnell zu einem der größten in Dänemark wurde. Nach dem Tod des Gründers 2013 führten die Partner das Büro weiter. Henning Larsen Architects hat neben seinem Hauptsitz in Kopenhagen, auch eine Dependance in München.

Wenn Du heute nochmal ein Praktikum in einem Büro machen könntest/müsstest. Wo würdest Du hingehen?
Ich würde mir ein großes und internationales Büro aussuchen. Hier gibt es einen guten Einblick in die verschiedenen Arbeitsweisen des Architekten und viele verschiede Typen von Projekten.

Und warum sollte man zu Henning Larsen gehen?
Wir sind ein internationales Büro mit vielen interessanten Projekten. Man kann viel lernen und durch die Mitarbeit an Projekten oder Wettbewerben wichtige Erfahrungen sammeln. Die Arbeit bei uns finde ich so spannend, da wir so viele verschiedene talentierte und inspirierende Kollegen haben, die alle mit Ihrer Fachlichkeit und Persönlichkeit zur Qualität unserer Projekte beitragen.

Das ist Euer erstes Mal bei der Baumeister Academy. Warum macht ihr mit?
Wir fanden die Idee und das Programm sehr gut und wollten dies durch unsere Teilnahme unterstützen. Ganz eigennützig freuen wir uns auch auf einen talentierten Praktikanten/ Praktikantin, der/ die dann bei uns arbeiten wird.

Was erwartest Du von Euren Praktikanten?
Engagement und Neugier.

Können die blutigen Anfänger etwas, die, die gerade von der Uni kommen und in eurem Büro anfangen?
Auch ein Anfänger bringt etwas mit, nicht zuletzt durch seine Persönlichkeit, seine Kreativität und seine konzeptionellen Erfahrungen. Natürlich kann ein Anfänger nicht viel praktische Erfahrung aufweisen – dafür ist das Engagement und die Wissbegierigkeit umso wichtiger.

„Wir sind ja keine Beamten mit Stechuhr, versuchen aber die Arbeit auf die Regelarbeitszeit zu beschränken.“

Seid ihr eher so die Typen „Nine-to-Five“ oder eher die „Eleven-to-Midnight“? Und wie ist das überhaupt mit Überstunden im Büro?
Wir sind ja keine Beamten mit Stechuhr, versuchen aber die Arbeit auf die Regelarbeitszeit zu beschränken, damit das Berufs- und Privatleben auch miteinander vereinbart werden können. Auch Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung sowie Überstundenausgleich – wenn mal Überstunden angefallen sind – gehören dazu.

Generalist oder Spezialist? Was muss ein junger Architekt von heute sein?
Zuerst ist man immer Generalist und muss auch erst einmal die verschiedenen Facetten des Architektenberufs kennenlernen um seinen eigenen Weg zu finden. Oft gibt es ja gar kein Pflichtpraktikum während des Studiums, d.h. theoretisch könnte jemand in Architektur seinen Master machen ohne jemals ein Architekturbüro von innen gesehen zu haben. Die Spezialisierung kommt dann im Laufe der Berufsjahre, abhängig von den persönlichen Interessen und den Möglichkeiten, die im Büro geboten werden.

Was war Dein größter Erfolg?
Für mich persönlich der Gewinn des Wettbewerbs für das Siemens Headquarters in München. Nachdem ich 12 Jahre in Kopenhagen gewohnt hatte, bekam ich dadurch die Gelegenheit in meiner Heimatstadt ein Büro zu eröffnen. Das bearbeitet jetzt viele verschiedene und interessante Projekte in ganz Deutschland und trägt dazu bei, die Qualität unserer gestalteten Umwelt zu verbessern.

Die größte Niederlage?
Als im letzten Jahr fast gleichzeitig zwei große Projekte gestoppt wurden und ich dadurch einigen meiner tollen Kollegen kündigen musste. Das war eine schwere Zeit.

Deine größte Marotte?
Ich versuche eigentlich, mir keine Marotten zuzulegen – meine Kollegen oder meine Frau hätten hierfür vielleicht eher eine Antwort.

Du bist schon lange im Architekturgeschäft unterwegs. Gibt es etwas, dass Dich heute noch überraschen kann?
Wenn es nicht immer wieder neue Herausforderungen und Abwechslung gäbe, wodurch man persönlich dazulernt und sich weiterentwickelt, würde ich einen anderen Beruf wählen. Dazu gehört auch, dass es immer wieder Überraschungen gibt – im positiven und negativen Sinn…

„Wir müssen Architektur immer in Zusammenhang denken, wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir eine Verantwortung tragen für die Qualität der Gebäude und Städte.“

Dein Tipp an angehende Architekten?
Architektur ist eingebettet in ein wirtschaftliches, soziales und historisch-kontextuelles Umfeld. Wir müssen Architektur immer in Zusammenhang denken, wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir eine Verantwortung tragen für die Qualität der Gebäude und Städte.

Die Baumeister Academy ist ein Praktikumsprojekt des Architekturmagazins Baumeister und wird unterstützt von GRAPHISOFT und der BAU 2019.