07.11.2014

Portrait

Bauen für Orange Farm

von Alexander Russ

Seit seiner Gründung hat der Verein „Bauen für Orange Farm e.V.“, mit Hilfe von Studenten verschiedener Hochschulen mehrere Hilfsprojekte in Afrika verwirklicht. Wir haben mit  einem der Gründungsmitglieder, dem Münchner Architekten Florian Braun, über das Bauen in Afrika gesprochen.

Studenten bauen mit Einheimischen eine Schule; Foto: Markus Dobmeier

B: Wie kam es zur Gründung des Vereins?
F B: Der Verein „Bauen für Orange Farm“ wurde 2007 von wissenschaftlichen Mitarbeitern der TU München gegründet, um im Rahmen eines studentischen Design and Build–Projekts den Bau eines Kindergartens im Township Orange Farm bei Johannesburg zu finanzieren. Mittlerweile konnten mehrere Projekte in unterentwickelten Regionen im südlichen Afrika umgesetzt werden. Dort errichten Studenten, gemeinsam mit den Menschen vor Ort, in mehrwöchigen Bauphasen Kindergärten oder Schulräume.

B: Wie können sich Studenten für ein Projekt bewerben?
F B: In der Regel werden die Projekte durch die späteren Träger der Einrichtungen initiiert und durch „Bauen für Orange Farm” in Kooperation mit unterschiedlichen Hochschulen umgesetzt. An den Hochschulen werden die Projekte als Semesterentwürfe angeboten. Eine Bewerbung direkt bei „Bauen für Orange Farm“ ist nicht vorgesehen.

B: Wie finanzieren sich die Projekte?
F B: Die Baukosten werden durch Spendengelder gedeckt, die sowohl durch die Studenten, als auch durch den Verein eingeworben werden. Einen großen Anteil der Leistung erbringen die Studenten durch ihr ehrenamtliches Engagement. Für Unterkünfte und Reisekosten stehen teilweise auch Zuschüsse der Hochschulen zur Verfügung.

B: Wie laufen die Projekte ab?
F B: Wie sich ein Projekt entwickelt hängt von den jeweiligen Randbedingungen ab. Üblicherweise werden während des Semesters Entwurfskonzepte in mehreren Gruppen entwickelt und gemeinsam das zu realisierende Projekt ausgewählt. Nach einer Vorbereitungsphase mit Workshops, Materialtests, Ausführungsplanung etc. wird das Bauwerk vor Ort errichtet. Meistens läuft die Baustelle über mehrere Semesterferien, so dass unterschiedliche Gruppen mit der Realisierung befasst sind.

B: Wie funktioniert die Kommunikation mit der Bevölkerung?
F B: Auf den Baustellen arbeiten Studenten und die lokale Bevölkerung zusammen, was eine intensive Auseinandersetzung anstößt und ganz unmittelbare Einblicke in fremde Lebensumstände und Kulturen ermöglicht. Im gemeinsamen Bauen und Lernen entstehen dabei Begegnungen, die weit über die eigentliche Baustelle hinaus reichen und ein wichtiger Anteil zur Motivation der Projekte darstellen.

B: Gibt es Sicherheitsrisiken?
F B: Neben den üblichen Gefahren der praktischen Baustellenarbeit sind alle Herausforderungen und Belastungen zu bewältigen, die durch ungewohntes Klima und eine fremde Umgebung entstehen. Bisher kam es aber zu keinen ernsten Zwischenfällen oder schlechten Erfahrungen.

www.orangefarm-ev.de

Fotos: Matthias Kestel, Markus Dobmeier

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