07.06.2019

Event

Fazit: ein Abschiedsgruß

von Catherine Folawiyo


Sozialpolitische und ökologische Aspekte

Ein weißer Rauchkringel, der mit Leichtigkeit durch eine dichte Wolkendecke pufft. Ein weiterer Rauchkringel, der vom Kühlturm eines Atomkraftwerkes davonfliegt, umgeben von schweren Rauchwolken. Und noch ein Kringel – aus weiter Ferne zu sehen – schwebt beschwörend über einer Vorstadtsiedlung. Diese Bilder sind derzeit in der Ausstellung “Fazit” in der Berlinischen Galerie zu sehen. Sie thematisieren den industriellen, kulturellen und sozialen Wandel, der mit dem Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken in Deutschland einhergeht. Die Exponate hinterlassen einen tiergehenden Eindruck.

Die Ausstellung „Fazit“ ist teil des gleichnamigen Langzeitprojektes des Architekturbüros realities:united. Die Brüder Jan und Tim Edler gründeten 2000 ihr Berliner Büro als „Studio für Kunst und Architektur“. Internationale Anerkennung erhielten sie vor allem durch das Projekt „BIX“ – eine Licht- und Medienfassade für das Kunsthaus in Graz, sowie das Flussbad Berlin – ein Stadtentwicklungsprojekt zur nachhaltigen und gemeinschaftliche Nutzung des Spreekanals als Schwimmbad im Herzen der Stadt.

Nun reiht sich mit „Fazit“ ein weiteres sozialpolitisch und ökologisches Projekt ein: Die Kühltürme von vierunddreißig Atom- und Kohlekraftwerken in Deutschland sollen so modifiziert werden, dass sie nicht nur Rauch, sondern auch in der Ferne sichtbare Dampfkringel in die Luft stoßen. Die künstlerische Intervention soll die Energiewende begleiten. Dabei soll sie ein Zeichen setzen für das Ende der Industrieepoche und für die auf Mensch und Technik zukommende, gemeinsame Entwicklungsaufgabe.

Transformation und Prozess

Die Ausstellung, die noch bis zum 19. August in der Berlinischen Galerie zu sehen ist, besteht zum einen aus einer Bilderreihe, die digitale Montagen der fertigen Transformation zeigt. Zum anderen erläutern Bildern, Texten, Grafiken und Modellen den Transformationsprozess. Eine Reihe von Podiumsdiskussionen begleitet die Ausstellung. Thema der Diskussionen sind  kulturelle und gesellschaftliche Aspekte des Energiewandels.

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