11.06.2026

Architektur

Außenwand Holzrahmenbau Details: Eigenschaften, Arten und Verwendung

Eine Detailaufnahme von Material und Konstruktion zum Thema Außenwand Holzrahmenbau Details
Holzskelettbau eines Hauses im Rohbau – ein früher Einblick in den Konstruktionsprozess. Foto: troyscanon / Unsplash

Die Außenwand im Holzrahmenbau ist weit mehr als eine Trennschicht zwischen innen und außen. Sie ist ein präzise aufeinander abgestimmtes Schichtsystem, das Tragfunktion, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Schallschutz und Brandschutz in einem vergleichsweise schlanken Querschnitt vereint. Wer die Details dieses Wandaufbaus versteht, begreift, warum der Holzrahmenbau zu den bauphysikalisch anspruchsvollsten und gleichzeitig leistungsfähigsten Konstruktionsprinzipien des modernen Holzbaus gehört.

  • Was den Holzrahmenbau als Konstruktionsprinzip auszeichnet und wie er sich von anderen Holzbauweisen unterscheidet
  • Welche Schichten eine Außenwand im Holzrahmenbau aufweist und welche Funktion jede Schicht übernimmt
  • Wie Dampfbremse, Winddichtung und Luftdichtheitsebene zusammenwirken und warum ihre korrekte Lage entscheidend ist
  • Welche Dämmstoffe im Holzrahmenbau eingesetzt werden und was ihre bauphysikalischen Unterschiede sind
  • Welche Außenbekleidungen und Fassadensysteme mit dem Holzrahmenbau kombiniert werden können
  • Wie Wärmebrücken im Holzrahmenbau entstehen und durch welche Details sie minimiert werden
  • Welche normativen Anforderungen und Planungsregeln für Außenwand-Holzrahmenbau-Details gelten
  • Welche typischen Fehler bei Planung und Ausführung auftreten und wie sie sich vermeiden lassen

Grundprinzip und Einordnung: Was ist der Holzrahmenbau?

Der Holzrahmenbau, im Fachenglischen als „Platform Frame“ oder „Timber Frame“ bezeichnet, ist eine Leichtbaukonstruktion, bei der ein Skelett aus vergleichsweise kleinen, eng gestellten Holzquerschnitten die Lasten trägt. Die tragenden Ständer, in der Regel aus Konstruktionsvollholz (KVH) oder Brettschichtholz, werden in regelmäßigen Achsabständen von üblicherweise 62,5 Zentimetern oder 80 Zentimetern angeordnet. Dieses Raster orientiert sich an den Standardformaten gängiger Plattenwerkstoffe wie OSB (Oriented Strand Board) oder Gipsfaserplatten. Ober- und Untergurt verbinden die Ständer zu einem steifen Rahmenwerk, das durch beidseitige Beplankung seine aussteifende Wirkung entfaltet.

Vom Holzmassivbau, also von Blockbohlen- oder Brettsperrholzkonstruktionen, unterscheidet sich der Holzrahmenbau grundlegend: Während massive Holzquerschnitte Tragfunktion und Wärmeschutz in einem einzigen Material vereinen, trennt der Holzrahmenbau diese Funktionen konsequent. Die Ständer tragen, der Dämmstoff zwischen und gegebenenfalls außerhalb der Ständer dämmt, und die Beplankungsebenen schützen, dichten ab und steifen aus. Diese Funktionstrennung erlaubt eine sehr flexible Anpassung des Wandaufbaus an unterschiedliche Anforderungen, macht aber gleichzeitig die sorgfältige Koordination aller Schichten zur Grundvoraussetzung für ein dauerhaft funktionierendes Bauteil.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der Holzrahmenbau seit den 1990er Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Er wird im mehrgeschossigen Wohnungsbau ebenso eingesetzt wie im Einfamilienhausbau und in Gewerbebauten. Die Normung des Holzrahmenbaus ist in der DIN EN 1995 (Eurocode 5) für den Bereich Tragwerksplanung sowie in nationalen Normen und Zulassungen für Brandschutz und Schallschutz geregelt. Die außenwand holzrahmenbau details, also die konkrete schichtweise Ausbildung der Wandkonstruktion, sind dabei nicht in einer einzigen Norm abschließend definiert, sondern ergeben sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Regelwerke und bauphysikalischer Anforderungen.

Der schichtweise Aufbau: Funktion jeder Lage im Wandquerschnitt

Eine typische Außenwand im Holzrahmenbau besteht von innen nach außen aus mehreren klar definierten Schichten, die jeweils eine spezifische bauphysikalische Aufgabe erfüllen. Das Verständnis dieser Schichtenfolge ist die Grundlage für jede Detailplanung. Fehler entstehen fast immer dort, wo einzelne Schichten in ihrer Funktion missverstanden, vertauscht oder weggelassen werden.

Die innerste Schicht bildet die raumseitige Beplankung, häufig aus Gipsfaserplatten, Gipskartonplatten oder OSB. Sie übernimmt im Brandschutz eine wichtige Schutzfunktion für die Holzkonstruktion dahinter, dient als Untergrund für den Innenausbau und kann bei entsprechender Ausführung als Teil der luftdichten Ebene fungieren. Unmittelbar dahinter liegt in der Regel eine Installationsebene, also ein zweites Ständerwerk oder ein Lattenrost, das Platz für Elektroleitungen, Sanitärinstallationen und andere Versorgungsstränge schafft, ohne die dahinterliegende Dampfbremsebene zu perforieren. Diese Installationsebene ist ein Detail, das in der Praxis häufig unterschätzt wird: Ohne sie sind Durchdringungen der Luftdichtheitsebene kaum zu vermeiden, was langfristig zu Feuchteschäden führen kann.

Die Dampfbremse oder Dampfsperre liegt in der Regel auf der warmen, raumseitigen Seite der Dämmebene. Sie reguliert den Dampfdiffusionsstrom durch den Wandquerschnitt. Im Holzrahmenbau werden heute überwiegend feuchteadaptive Dampfbremsen eingesetzt, die ihren sd-Wert (äquivalente Luftschichtdicke, ein Maß für den Diffusionswiderstand) in Abhängigkeit von der relativen Umgebungsfeuchte verändern. Im Winter, wenn die Raumluft relativ trocken ist, erhöhen sie ihren Diffusionswiderstand und verhindern, dass Wasserdampf in die Konstruktion eindringt. Im Sommer, wenn Feuchte aus der Konstruktion austrocknen soll, sinkt ihr Widerstand und ermöglicht die Rückdiffusion. Diese Eigenschaft ist ein erheblicher Fortschritt gegenüber starren Polyethylenfolien, die eine Austrocknung nach innen vollständig blockieren.

Das Herzstück des Wandquerschnitts bildet die Ständerebene mit der Zwischensparrendämmung. Die Ständer aus Konstruktionsvollholz, typischerweise mit Querschnitten von 60 mal 140 Millimetern bis 60 mal 200 Millimetern, definieren die Dämmdicke in der Primärebene. Zwischen den Ständern wird Dämmstoff eingebracht, auf den weiter unten ausführlich eingegangen wird. Außerhalb der Ständer folgt die außenseitige Beplankung, meist aus OSB oder Holzfaserdämmplatten, die gleichzeitig als Windsperre, als aussteifendes Element und als zweite Schutzebene gegen Schlagregen wirkt. Die Winddichtung verhindert, dass kalte Außenluft in die Dämmebene eindringt und den Wärmedämmwert durch Konvektion mindert.

Den Abschluss nach außen bildet eine hinterlüftete Fassadenbekleidung oder ein WDVS-ähnliches System, das die Konstruktion vor direkter Bewitterung schützt. Die Hinterlüftungsebene zwischen Außenbeplankung und Fassadenbekleidung ist bauphysikalisch bedeutsam: Sie ermöglicht die Abfuhr von Feuchte, die trotz aller Schutzmaßnahmen in die Konstruktion gelangt, und schützt die Holzkonstruktion vor Tauwasserbildung im äußeren Bereich des Wandquerschnitts.

Außenwand Holzrahmenbau Details: Dampfbremse, Luftdichtheit und Winddichtung

Die drei Funktionsebenen Dampfbremse, Luftdichtheitsebene und Winddichtung werden in der Praxis häufig verwechselt oder in ihrer Bedeutung gleichgesetzt. Tatsächlich sind sie physikalisch verschieden und erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Dampfbremse reguliert den diffusiven Feuchtetransport durch das Bauteil, also den Wasserdampftransport, der durch den Partialdruckunterschied zwischen innen und außen angetrieben wird. Die Luftdichtheitsebene hingegen verhindert den konvektiven Feuchtetransport, also den Transport von feuchter Luft durch Leckagen und Fugen. Konvektiver Feuchtetransport kann ein Vielfaches des diffusiven Transports betragen und ist deshalb die größere Gefahr für die Konstruktion.

In der Praxis übernimmt die Dampfbremse häufig gleichzeitig die Funktion der Luftdichtheitsebene, sofern sie lückenlos verlegt und an allen Anschlüssen sorgfältig verklebt wird. Anschlüsse an Decken, Böden, Fensterlaibungen, Stürzen und Installationsdurchführungen sind die kritischen Punkte. Hier müssen die Folien mit geeigneten, dauerhaft haftenden Klebebändern und Manschetten verbunden werden. Die Luftdichtheit der Gebäudehülle wird im Blower-Door-Test nach DIN EN ISO 9972 gemessen: Ein Differenzdruck von 50 Pascal wird erzeugt, und der Luftvolumenstrom durch die Hülle wird gemessen. Für Passivhäuser gilt ein Grenzwert von 0,6 Luftwechseln pro Stunde bei 50 Pascal (n50), für Gebäude nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind je nach Lüftungskonzept Werte zwischen 1,5 und 3,0 zulässig.

Die Winddichtung auf der Außenseite der Ständerebene ist das Gegenstück zur Dampfbremse auf der Innenseite. Sie muss diffusionsoffen sein, also Wasserdampf nach außen durchlassen, damit die Konstruktion austrocknen kann, gleichzeitig aber Windströmungen durch die Dämmebene verhindern. Holzfaserdämmplatten, die außenseitig als Beplankung eingesetzt werden, erfüllen diese Anforderung besonders gut: Sie sind diffusionsoffen, haben einen hohen sd-Wert von unter 0,5 Metern, bieten einen zusätzlichen Dämmwert und schützen die Konstruktion mechanisch. Alternativ werden diffusionsoffene Winddichtheitsfolien (Fassadenbahnen) eingesetzt, die auf die Ständer getackert und an den Stößen überlappend verlegt werden.

Anschlussdetails an Fenster und Türen

Fenster- und Türanschlüsse gehören zu den anspruchsvollsten außenwand holzrahmenbau details. Die Luftdichtheitsebene muss an der Leibung, am Sturz und an der Sohlbank lückenlos weitergeführt werden. Üblich sind vorkonfektionierte Anschlussfolien, die einerseits an der Dampfbremse der Wandfläche und andererseits am Fensterrahmen verklebt werden. Das Prinzip „innen dichter als außen“ gilt auch hier: Die innere Anschlussebene muss einen höheren Diffusionswiderstand aufweisen als die äußere, damit Feuchte, die in die Fuge gelangt, nach außen austrocknen kann und nicht nach innen diffundiert. Viele Hersteller bieten für diesen Zweck abgestimmte Systemlösungen aus Innenfolien, Außenfolien und Klebebändern an, die aufeinander zugelassen sind und deren Systemhaftung nachgewiesen ist.

Sockel- und Fundamentanschluss

Der Übergang zwischen Holzrahmenwand und Fundament oder Bodenplatte ist ein weiterer kritischer Bereich. Holz darf nicht direkt auf Beton oder Mauerwerk aufliegen, weil kapillar aufsteigende Feuchte das Holz dauerhaft schädigt. Üblich ist ein Schwellensystem aus druckfest imprägniertem Holz oder ein Stahlschwellenprofil, das auf einer Kapillarsperrschicht (Bitumenbahn oder Dichtungsband) aufliegt. Die Luftdichtheitsebene muss auch hier lückenlos an die Bodenplatte oder die Kellerdecke angeschlossen werden. Gleichzeitig muss die Außenbekleidung im Sockelbereich ausreichend Abstand zum Erdreich halten, um Spritzwasser und aufsteigende Feuchte fernzuhalten. Fachleute empfehlen einen Mindestabstand von 30 Zentimetern zwischen Geländeoberkante und Unterkante der Holzkonstruktion.

Dämmstoffe im Holzrahmenbau: Eigenschaften und Vergleich

Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst nicht nur den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) der Außenwand, sondern auch ihr Feuchtepufferverhalten, ihre Schallschutzeigenschaften, ihre Brandklasse und ihre ökologische Bilanz. Im Holzrahmenbau werden sowohl mineralische als auch organische und synthetische Dämmstoffe eingesetzt, wobei jeder Typ spezifische Vor- und Nachteile mitbringt.

Mineralwolle, also Glas- oder Steinwolle, ist der meistverwendete Dämmstoff im Holzrahmenbau. Sie ist nicht brennbar (Euroklasse A1 oder A2), gut verarbeitbar, preisgünstig und in allen gängigen Stärken verfügbar. Ihr Wärmeleitfähigkeitswert liegt je nach Produkt zwischen 0,032 und 0,045 W/(m·K). Ein Nachteil der Mineralwolle ist ihre geringe Wärmespeicherkapazität und ihre Empfindlichkeit gegenüber Durchfeuchtung: Nasse Mineralwolle verliert einen erheblichen Teil ihrer Dämmwirkung und trocknet nur langsam. Deshalb ist die Winddichtung auf der Außenseite und die Luftdichtheit auf der Innenseite bei Mineralwolledämmungen besonders wichtig.

Holzfaserdämmstoffe, ob als Einblasdämmung, als Platte oder als Matte, haben gegenüber Mineralwolle den Vorteil einer deutlich höheren Wärmespeicherkapazität. Dieser Wert, ausgedrückt als spezifische Wärmekapazität in J/(kg·K), ist bei Holzfaser etwa doppelt so hoch wie bei Mineralwolle. Das wirkt sich positiv auf den sommerlichen Wärmeschutz aus: Eine Holzfaserdämmung verzögert die Wärmedurchgang durch die Wand stärker und dämpft Temperaturspitzen. Holzfaserdämmstoffe sind diffusionsoffen, feuchteregulierend und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, was ihre ökologische Bilanz verbessert. Ihr Wärmeleitfähigkeitswert liegt zwischen 0,038 und 0,050 W/(m·K), also etwas schlechter als bei Mineralwolle, was bei gleicher Dämmdicke zu einem höheren U-Wert führt.

Zellulosedämmung aus recyceltem Zeitungspapier wird im Holzrahmenbau häufig als Einblasdämmung eingesetzt. Sie füllt die Hohlräume zwischen den Ständern vollständig und lückenlos aus, was Wärmebrücken durch Konvektion in der Dämmebene minimiert. Zellulose hat ähnlich gute Feuchteregulierungseigenschaften wie Holzfaser und eine gute Wärmespeicherkapazität. Polyurethan-Hartschaum (PUR) und expandiertes Polystyrol (EPS) werden seltener in der Ständerebene selbst eingesetzt, finden aber als außenseitige Zusatzdämmung Verwendung. Ihre sehr niedrigen Wärmeleitfähigkeitswerte erlauben schlanke Querschnitte, ihr Diffusionswiderstand ist jedoch hoch, was die Austrocknung der Konstruktion erschwert und eine sorgfältige bauphysikalische Berechnung erfordert.

Wärmebrücken im Holzrahmenbau: Entstehung und konstruktive Minimierung

Wärmebrücken sind Bereiche im Bauteilquerschnitt, in denen der Wärmestrom lokal erhöht ist, weil ein gut leitendes Material die Dämmebene unterbricht oder überbrückt. Im Holzrahmenbau sind die Holzständer selbst die wichtigsten Wärmebrücken: Holz hat eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0,13 W/(m·K), also deutlich mehr als die meisten Dämmstoffe. Da die Ständer typischerweise 15 bis 20 Prozent der Wandfläche einnehmen, ist ihr Einfluss auf den effektiven U-Wert der Wand erheblich. Der rechnerische U-Wert einer Holzrahmenwand muss deshalb immer als Mischquerschnitt berechnet werden, der sowohl den Dämmstoffanteil als auch den Holzanteil berücksichtigt.

Um den Wärmebrückeneffekt der Ständer zu reduzieren, werden in der Praxis verschiedene Strategien eingesetzt. Eine außenseitige Zusatzdämmung, die über die gesamte Wandfläche ohne Unterbrechung durch Ständer verläuft, ist das wirksamste Mittel. Holzfaserdämmplatten mit Dicken von 40 bis 120 Millimetern werden außen auf die Ständerbeplankung aufgebracht und verbessern den U-Wert der Gesamtkonstruktion erheblich, ohne den Ständeranteil zu erhöhen. Eine zweite Strategie ist die Verwendung von I-Trägern aus Holz anstelle von Vollholzständern: I-Träger haben einen deutlich kleineren Querschnitt im Steg und damit eine geringere Wärmebrückenwirkung bei gleicher Tragfähigkeit. Außenwand holzrahmenbau details mit I-Trägern sind besonders in Passivhäusern und Niedrigstenergiegebäuden verbreitet.

Geometrische Wärmebrücken entstehen an Gebäudeecken, Deckenanschlüssen und Fensterlaibungen, wo die Geometrie des Bauteils den Wärmefluss beeinflusst. An Außenecken ist die Außenfläche größer als die Innenfläche, was zu einer erhöhten Wärmeabgabe und damit zu niedrigeren Innenoberflächentemperaturen führt. Konstruktiv lässt sich dies durch eine verstärkte Dämmung im Eckbereich oder durch die Verwendung von Eckelementen mit optimierter Geometrie mindern. Der Temperaturfaktor fRsi, der die Innenoberflächentemperatur in Relation zur Außentemperatur beschreibt, muss an allen kritischen Stellen die normativen Mindestanforderungen der DIN 4108-2 erfüllen, um Tauwasserbildung und Schimmelwachstum an der Innenoberfläche auszuschließen.

Außenbekleidungen und Fassadensysteme: Vielfalt und bauphysikalische Anforderungen

Die Außenbekleidung einer Holzrahmenwand ist nicht nur ein gestalterisches Element, sondern ein wesentlicher Teil des bauphysikalischen Gesamtsystems. Sie schützt die dahinterliegende Konstruktion vor Schlagregen, UV-Strahlung und mechanischen Einwirkungen. Gleichzeitig muss sie so ausgeführt sein, dass eingedrungene Feuchte wieder austrocknen kann. Das Prinzip der hinterlüfteten Fassade, bei der zwischen Außenbekleidung und Winddichtheitsebene eine durchströmte Luftschicht von mindestens 20 bis 40 Millimetern verbleibt, ist für den Holzrahmenbau die bauphysikalisch überlegene Lösung.

Holzbekleidungen in Form von Stülpschalung, Rhombusschalung, Stehfalzprofilen oder Schindeln sind die traditionell mit dem Holzrahmenbau verbundenen Fassadenmaterialien. Sie sind leicht, gut verarbeitbar und lassen sich im Schadensfall einfach austauschen. Ihre Dauerhaftigkeit hängt entscheidend von der Holzart, der Oberflächenbehandlung und der konstruktiven Ausbildung ab: Hirnholzflächen müssen geschützt, Mindestabstände zum Untergrund eingehalten und Wasserablaufkanten sorgfältig ausgebildet werden. Faserzementplatten, Metallkassetten aus Aluminium oder Stahl, Keramikplatten und Natursteinplatten können ebenfalls als Außenbekleidung eingesetzt werden, sofern die Unterkonstruktion für das jeweilige Gewicht ausgelegt ist und die Hinterlüftung sichergestellt bleibt.

Putzfassaden auf Holzrahmenwänden sind möglich, erfordern aber besondere Sorgfalt. Ein direkt auf die Holzrahmenwand aufgebrachtes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ohne Hinterlüftung birgt das Risiko, dass Feuchte, die in die Fuge zwischen Dämmplatte und Beplankung gelangt, nicht austrocknen kann. Einige Hersteller bieten speziell für den Holzrahmenbau entwickelte WDVS-Systeme mit erhöhter Diffusionsoffenheit an, die eine eingeschränkte Austrocknung nach außen ermöglichen. Für diese Systeme ist eine sorgfältige bauphysikalische Berechnung nach Glaser-Verfahren oder besser nach hygrothermischer Simulation (etwa mit dem Programm WUFI) unerlässlich.

Typische Fehler und wie sie sich vermeiden lassen

Die häufigsten Schäden an Holzrahmenwänden sind auf eine überschaubare Zahl wiederkehrender Fehler zurückzuführen. An erster Stelle steht die mangelhafte Luftdichtheit: Nicht verklebte Folienstöße, nicht angeschlossene Leibungsfolien, durchbohrte Dampfbremsen ohne Manschetten und fehlende Installationsebenen führen zu Leckagen, durch die feuchte Raumluft in die Konstruktion eingetragen wird. Dort kondensiert sie an der kälteren Außenbeplankung und schädigt Holz und Dämmstoff. Ein Blower-Door-Test nach Fertigstellung der Luftdichtheitsebene, aber noch vor dem Schließen der Konstruktion, ermöglicht die Lokalisierung und Behebung von Leckagen, bevor sie eingebaut sind.

Ein zweiter häufiger Fehler ist die falsche Lage der Dampfbremse. Wird sie versehentlich auf der Außenseite der Ständerebene angeordnet, blockiert sie die Austrocknung der Konstruktion nach innen und kann zu dauerhafter Durchfeuchtung führen. Das Prinzip „innen dichter als außen“ muss bei jedem Wandaufbau überprüft werden: Der sd-Wert der innenseitigen Schichten muss größer sein als der sd-Wert der außenseitigen Schichten, damit Feuchte, die in die Konstruktion gelangt, nach außen austrocknen kann.

Fehlende oder unzureichende Hinterlüftung der Außenbekleidung ist ein dritter Problembereich. Wenn die Lattung, die die Hinterlüftungsebene aufspannt, zu schmal ist, zu dicht gesetzt wird oder die Öffnungen am Sockel und am Traufbereich fehlen, entsteht keine wirksame Luftzirkulation. Feuchte, die durch Schlagregen oder Kondensation in die Hinterlüftungsebene gelangt, kann dann nicht abgeführt werden. Fachleute empfehlen eine Lattenstärke von mindestens 24 Millimetern, offene Traufabschlüsse mit Insektenschutzgitter und einen freien Sockelabstand.

Außenwand Holzrahmenbau Details im Kontext des modernen Holzbaus

Die Außenwand im Holzrahmenbau ist das Ergebnis eines langen Optimierungsprozesses, der handwerkliche Tradition mit bauphysikalischer Wissenschaft verbindet. Kein anderes Wandsystem bietet bei vergleichbarem Querschnitt eine ähnliche Flexibilität in der Anpassung an unterschiedliche Anforderungen: Der Wandaufbau kann für Passivhausstandard ebenso ausgelegt werden wie für einfache Wohngebäude, für hohe Schallschutzanforderungen ebenso wie für maximale ökologische Qualität. Diese Anpassungsfähigkeit ist eine Stärke, die aber nur dann zur Geltung kommt, wenn die Details konsequent durchgeplant und sorgfältig ausgeführt werden.

Die zunehmende Vorfertigung von Holzrahmenwänden im Werk hat die Ausführungsqualität in vielen Bereichen verbessert. Unter kontrollierten Bedingungen lassen sich Folien präziser verlegen, Anschlüsse sorgfältiger ausführen und Qualitätskontrollen systematischer durchführen als auf der Baustelle. Gleichzeitig stellt die Vorfertigung neue Anforderungen an die Planung: Anschlüsse zwischen vorgefertigten Elementen müssen auf der Baustelle hergestellt werden und sind oft die schwächsten Stellen der Luftdichtheitsebene. Ihre Ausbildung muss bereits in der Werkplanung detailliert festgelegt sein.

Wer die außenwand holzrahmenbau details wirklich beherrscht, denkt das Bauteil als System: von der Dampfbremse über die Ständerebene bis zur Außenbekleidung, von der Sockelausbildung bis zum Traufanschluss, von der Fensterlaibung bis zur Gebäudeecke. Jede Schicht hat ihre Funktion, jeder Anschluss seine Logik. Fehler in einem Detail können die Leistung des gesamten Systems beeinträchtigen, während eine konsequent durchgeplante und sorgfältig ausgeführte Holzrahmenwand über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert, energieeffizient ist und das Raumklima verbessert. Der Holzrahmenbau ist kein einfaches System, aber ein beherrschbares, und seine Beherrschung beginnt mit dem Verständnis seiner Details.

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