Die Blutbuche und das Haus

Eine über 100 Jahre alte Blutbuche diente als Entwurfsparameter für das Haus Ott in Hamburg. Der Baum steht im Stadtteil Ottensen und hat einen Stammumfang von zwei Metern. Daneben: Fünfgeschosser aus der Gründerzeit und eine Stadtvilla. Zu der Neuplanung der Architekten zweitraum kam es, da die bestehenden Garagen vom Wachstum des Wurzelwerks zerstört wurden. Der Neubau sollte die Vitalität des Baums nicht beschränken – und sich dabei natürlich auch aus architektonischen Gesichtspunkten in die Umgebung einpassen.

Das kleine Wohnhaus bietet Platz für eine drei- bis vierköpfige Familie. Neben Wohn- und Essbereichgibt es zwei bis drei Schlafräume und einen Arbeitsraum. Das Wichtigste: Das neue Gebäude entwickelt sich um die Blutbuche herum – im Norden ist der Baukörper zweigeschossig, zur Straßenseite dreigeschossig. Da es nur wenig Außenraum gibt, wird in einem zweiten Bauabschnitt das Dach des niedrigeren Baukörpers zur Dachterrasse.

Das Wohnhaus steht auf Pfählen, zwecks Belüftung und Bewässerung des Wurzelwerks der Blutbuche – damit das Wohnhaus nicht demselben Schicksal verfällt wie die alten Garagen. In Anlehnung an den räumlich dominanten Baum wurden beim Entwurf baumspezifische Leitbilder verwandt, wie Ast- und Wurzelwerk und Rinde.

Fotos: © Dorfmüller|Kröger|Klier; Pläne: zweitraum – Büro für Architektur