Venedig als Plattform für Architektur

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Vom 4.-8. Juni 2014 präsentierte sich die Architekturplattform „alpitecture“ erstmals auf der Architekturbiennale in Venedig. Mehr als 2.500 Gäste besuchten die Ausstellung „Topographic Structure“ im Palazzo Bollani, in der Architekturbüros und Südtiroler Unternehmen auftraten. Die Architekten wurden aufgefordert, über Installationen aus Pappkartons Einblicke in ihre aktuellen Bauvorhaben zu geben. Es entstanden 17 Installationen, nebenbei konnte man sich im venezianischen Palazzo aufhalten und austauschen. An den Abenden fanden thematisierte Veranstaltungen statt, u.a der Diskurs „Baumeister Fokus“ mit Stephan Trüby, Ko-Kurator der diesjährigen Biennale und der Juni-Ausgabe des Baumeisters; sowie ein Pecha-Kucha-Abend mit Vorträgen der ausstellenden Büros und Unternehmen.

Die Vorgabe, Kartons als Baumaterial für die Installationen zu verwenden, hatte einen Grund: Denn mit Venedig fand das Projekt an einem Ort statt, der keine Straßen hat, die Logistik über das Wasser stattfindet und das auch noch während eines der weltweit größten Architekturevents – der 14.Architekturbiennale. Wenn man bedenkt, dass die Lagunenstadt auf Pfählen erbaut wurde, darf schon ein Mal darüber nachgedacht werden, welche Auswirkung zusätzliche Belastungen, z.B. die von riesigen Kreuzfahrtschiffen in die Stadt strömenden Passagiere, auf deren Statik haben. Aus diesen Gründen stand die Gewichtsthematik bereits im Vorfeld der Ausstellung Topographic Structure im Fokus. Die Wahl fiel auf Pappkartons mit den Maßen 40x40x40 Zentimeter.

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Biennale_Architektur_Venedig

Jedes der teilnehmenden Architekturbüros erhielt 32 dieser Kartons, wovon 30 in ihren Installationen verbaut wurden mussten. Eine der wohl aufwendigsten Konstruktionen hatte das Büro monovolume aus Bozen. Ihr Ausstellungsstück sah aus wie eine Explosion – ein Eindruck, der durch angebrachte Spiegelpanele, in denen sich ausgewählte Projekte reflektieren, verstärkt wurde. Lava und yes architecture entschieden sich, ihre Installationen zu lasern. Querkraft nutzte die Höhe der Kartonagen aus, um ihr Wiener CGLA Wohnhochhaus darzustellen und darüber zu informieren. Auch Zaha Hadid Architects verwiesen mit ihrem Modell auf ein aktuelles Bauvorhaben: das Messner Mountain Museum am Kronplatz, Dolomiten. Gleich drei aktuelle Projekte stellten bergmeisterwolf anhand von Kartonamodellen vor. Bei Roland Baldi stand seine 20-jährige Tätigkeit als Architekt im Vordergrund. Graft legte einen Fokus auf ihr aktuell gewonnenes Hotelprojekt in Lofer bei Salzburg. Snøhetta bedruckte die Kartons neben den Konterfeis seiner Mitarbeiter mit einer Auswahl an Projekten.