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		<title>Baumeister RSS</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 22 Feb 2012 16:43:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Bäder für Stilikonen</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/baeder-fuer-stilikonen.html</link>
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Andy Warhol badet in einer grünen Wanne mit (oder in?) Champus, die blonde Perücke...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style="vertical-align: middle;" title="Warhol1" src="uploads/RTEmagicC_Sonderdruck-Kaldewei-2012_Seite-40-bis-41-4.jpg.jpg" alt="Warhol1" width="540" height="496" />
Andy Warhol badet in einer grünen Wanne mit (oder in?) Champus, die blonde Perücke wassergeschützt neben sich. Um das Waschbecken herum liegen Bücher und Stifte; Kerzen beleuchten das Ganze. Zumindest wenn es nach Bernd Hollin (Hollin Radoske Architekten) geht, hätte es so bei dem Künstler zu Hause aussehen können.
Der Sonderdruck des Journals „Raum 1 – Außergewöhnliche Innenarchitektur“ für den Sanitärhersteller Kaldewei stellt zwei Projekte vor: „Kaldewei. Pioniere“ und  „Kaldewei. Stilikonen“. Sie entstanden zusammen mit dem Deutschen Designer Club und stellen individuelle Räume für Promis wie Albert Einstein, Marlene Dietrich oder eben Andy Warhol vor. Die Bäder sollen die Geschichte ihrer potenziellen Benutzer erzählen und deren Bedeutung spiegeln.
 
<h2>Die Kunst inszenierter Kunstlosigkeit</h2>
 
Die Wand, die die Toilette vom Waschtisch abgrenzt, enthält vier Flatscreens. Sie zeigen Filme sowie Portraits im Warhol-Stil und bringen Licht in den Raum. In den typischen Farben Hellblau, Rosa, Gelb, Rot, Schwarz und Weiß, versteht sich.
<img style="vertical-align: top;" title="Warhol2" src="uploads/RTEmagicC_Sonderdruck-Kaldewei-2012_Seite-40-bis-41-7.jpg.jpg" alt="Warhol2" width="540" height="363" />
"Unsere Arbeit reflektiert und interpretiert sein Konzept, Alltägliches und Vertrautes in einen neuen Kontext zu setzen“, so der Designer im Interview. Der Waschtisch dient dementsprechend über seine klassische Funktion hinaus als Tisch mit Bürostuhl davor. Da Warhol es liebte, Erwartungen zu unterlaufen, hätte ihm diese Extravaganz wohl gefallen.
<img style="vertical-align: top;" title="Warhol3" src="uploads/RTEmagicC_Sonderdruck-Kaldewei-2012_Seite-40-bis-41-5.jpg.jpg" alt="Warhol3" width="540" height="268" />
<h2>Ihr Leben – eine Bühne</h2>
 
<img style="vertical-align: middle;" title="Dietrich1" src="uploads/RTEmagicC_Sonderdruck-Kaldewei-2012_Seite-44-bis-45-1.jpg.jpg" alt="Dietrich1" width="540" height="468" />
Marlene Dietrichs Bad hingegen glänzt golden, bietet Liegemöglichkeiten, Champagner und eine fantastische Aussicht. Lars Uwe Bleher (Atelier Markgraph GmbH) hat es entworfen. Das Bad lehnt sich an Marlenes Inszenierungskunst an und kann verschiedene Bereiche vereinen: offene Bühne mit einem Vorhang aus Wasser oder Privatraum, in dem sich die Diva selbst genießen kann. Das Bad lässt sich durch metallene Vorhänge, Wasser- oder Wasserdampfwände öffnen und schließen.
<img style="vertical-align: top;" title="Dietrich" src="uploads/RTEmagicC_Dietrich.jpg.jpg" alt="Dietrich" width="540" height="188" />]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 16:43:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>4 Ausstellungen, 1 Diskussion: 2 Länder, Alt und Neu</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/4-ausstellungen-1-diskussion-2-laender-alt-und-neu.html</link>
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Liebe Eventhungrige, noch hat der Winter Deutschland fest im Griff. Wir verlassen das Haus...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img title="Kalender5" src="uploads/RTEmagicC_julias-kalender_5.jpg.jpg" alt="Kalender5" width="540" height="351" />
Liebe Eventhungrige, noch hat der Winter Deutschland fest im Griff. Wir verlassen das Haus momentan nur freiwillig, wenn es sich lohnt: fürs winterliche Sportvergnügen - oder vielleicht für eine dieser Veranstaltungen.
 
<h2>New Museums in Spain</h2>
 
<img style="float: left;" title="Museo Nacional de Arte Romano Me?rida, Rafael Moneo(c)" src="uploads/RTEmagicC_Einladung-mit-Programm_Blog.pdf.jpg" alt="Museo Nacional de Arte Romano Me?rida, Rafael Moneo(c)" width="200" height="246" />Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebte Spaniens Kulturlandschaft einen phänomenalen Aufschwung. Spektakuläre Museumsbauten wie das Guggenheim Museum in Bilbao oder das MACBA in Barcelona haben nicht nur heruntergekommene Stadtviertel aufgewertet, sondern sind zu begehrten Touristenmagneten geworden. Wer sich zwar angezogen fühlt, aber die weite Reise scheut, der kann Fotografien in München bewundern.<br />Basierend auf dem 2010 von Klaus Englert - Architekturkritiker und "Baumeister"-Autor - herausgegebenen Bildband "New Museums in Spain", hat das Instituto Cervantes München die gleichnamige Fotoausstellung als Panorama der eindrucksvollen spanischen Museumsarchitektur entwickelt.<br /><br />Zeitpunkt: 24.01. - 16.03. 2012<br />Veranstaltungsort: Instituto Cervantes Múnich, Alfons-Goppel-Str. 7, 80539 München<br /><br />Foto: Museo Nacional de Arte, Romano, Mérida, Rafael Moneo (c) Klaus Englert
 
<h2>Dirk Bömmel – Villa Tugendhat</h2>
 
<img style="float: left;" title="Plakat" src="uploads/RTEmagicC_f75_Broemmel_Plakat_Blog.jpg.jpg" alt="Plakat" width="200" height="286" />München zeigt Spanien - Stuttgart zeigt Tschechien. 1929 hat Ludwig Mies van der Rohe die Villa Tugendhat für den Textilfabrikanten Fritz Tugendhat in Brno, CZ, erbaut - 2002 hat sie der Fotograf Dirk Bömmel besichtigt. Bilder aus alten Fotoalben der Familie Tugendhat haben ihn dazu ermuntert, seine Fotos aus jeweils ähnlichen Blickwinkeln zu machen und in Sandwichtechnik mit den historischen Bildern zu überlagern. Da die Bildebenen nicht exakt aufeinander liegen, sondern leicht versetzt montiert wurden, wird gleichzeitig auch die museale Leblosigkeit der heutigen Räume sichtbar. Brömmels Arbeiten faszinieren und irritieren zugleich. Sie verbinden - wie im Spagat - lebendige Vergangenheit und museale Gegenwart.<br /><br />Zeitpunkt: 01.03. - 05.04. 2012<br />Erföffnung: 28. Februar 2012, 19 Uhr<br />Veranstaltungsort: Fotogalerie f 75, Filderstraße 75, 70180 Stuttgart
 
<h2>Beauty Contest</h2>
 
<img style="float: left;" title="Leslie de Melo - Der Sari" src="uploads/RTEmagicC_LESLIE_DE_MELO_Der_Sari_1995_Blog.jpg.jpg" alt="Leslie de Melo - Der Sari" width="200" height="220" />"La beauté n'est que la promesse du bonheur", heißt es bei Stendhal. Dieses Versprechen von Glück erklärt, warum alle Welt der Schönheit dient und sie für sich selbst zu erwerben versucht. Schönheit kann als Ideal verstanden werden, als Sehnsucht nach der Vollkommenheit einer Erscheinung, die im tiefsten menschlichen Grund angelegt ist. Die Erkenntnis ist nicht neu, <br />daher ist es allein schon interessant, wie das Ausstellungsprojekt mit dem Thema umgeht.<br />"Beauty Contest" vereint Positionen österreichischer und internationaler Künstler und fokussiert das Streben des Menschen nach eigener körperlicher Schönheit und die Sehnsucht nach der körperlichen Schönheit anderer. So sehr der Alltag auch vom Schönheitsdiktat bestimmt ist - das Individuum vermag dennoch seine Freiheit zu wahren, indem es über eine größere Definitions- und Entscheidungsmacht verfügt als je zuvor. <br /><br />Zeitpunkt: 17.02. - 26.05. 2012<br />Veranstaltungsort: MUSA, Feldstraße 6-8, Wien 1<br /><br />Foto: Leslie de Melo - Der Sari, 1995
 
<h2>Über Putz</h2>
 
<img style="float: left;" title="Kalkputz" src="uploads/RTEmagicC_Bildschirmfoto_2012-02-16_um_16.39.23_01.png.png" alt="Kalkputz" width="200" height="150" />Keine Frage, auch Gebäude putzen sich heraus. Anhand einer Vielzahl von Mustern alter und neuer Rezepturen und Techniken präsentiert die Ausstellung "Über Putz" die gestalterischen Möglichkeiten des Materials. Denn der ästhetische Wert des Materials geht weit über die gängigen Verfahren hinaus.<br />Die Ausstellung des Instituts gta ist in Zusammenarbeit mit der Professur Annette Spiro, ETH Zürich, entstanden.<br /><br />Zeitpunkt: 29.03. - 26.04. 2012<br />Eröffnung mit Vortrag: Mittwoch, 28. März 2012, 18.30 Uhr<br />Veranstaltungsort: Architekturfoyer, HIL, Hönggerberg, ETH Zürich<br /><br />Foto: Kalkputz, Manuela Schubert (c)
<h2><br />Bauen &amp; Wohnen: Architekten- &amp; UnternehmerNacht 2012</h2>
 
<img style="float: left;" title="Logo_Unternehmernacht" src="uploads/RTEmagicC_UnternehmerNacht2012_gross_blog.jpg.jpg" alt="Logo_Unternehmernacht" width="200" height="115" />Viele Ideen zum Verputzen, aber der passende Bauherr fehlt noch? Auf der "Bauen & Wohnen" in Münster können sich potenzielle Kunden und Geschäftspartner aus Bau- und Architekturbereich treffen. Thema des Abends ist die "Akquisition neuer Bauherren durch nachhaltige Argumente".<br />Die kostenfreie Veranstaltung wird als Fortbildung bei den Architektenkammern NRW und Niedersachsen anerkannt. Fingerfood-Buffets an den teilnehmenden Messeständen sowie Live-Musik-Untermalung runden das Programm des Abends ab. <br />Anmelden können Sie sich im Internet. Bei Fragen steht Ihnen das Bauen & Wohnen-Team gern unter unternehmernacht@bau-messen.de sowie unter der Telefonnummer 0421 985629-0 zur Verfügung.<br /><br />Zeitpunkt: 8. März 2012 von 18 bis 22 Uhr<br />Veranstaltungsort: Messe und Congress Centrum Halle Münsterland]]></content:encoded>
			<category>Julias Kalender</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 15:30:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>8. Kunst der Fuge</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/8-kunst-der-fuge.html</link>
			<description>
Zu den alten Handwerksregeln, die später von Architekten übernommen wurden, gehörte es, sichtbare...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="uploads/RTEmagicC_DRINNEN_10.jpg.jpg" alt="Drinnen Cover" width="540" height="284" />
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt;">Zu den alten Handwerksregeln, die später von Architekten übernommen wurden, gehörte es, sichtbare Fugen einzubauen. Damit ließen sich Bauteile mit einer gewissen Toleranz anfügen, Arbeitsabschnitte einplanen oder Dehnungen aufnehmen. Damit war es irgendwann vorbei. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt;">Es begann mit der innen liegenden Dachrinne in den 60er Jahren, immer eine Garantie für spätere Bauschäden. Als hätte eine LPG die Produktion übernommen und die kleinen Äcker zu industriellen Agrarflächen umgewidmet, wird heute am liebsten fugenlos gebaut. Und alles muss glänzen: Glas, Edelstahl, Beton, Holz, unauffällig gefügt, als wollte man feindliche Radarstrahlen ablenken. Die Industrie spielt mit. Schalter werden in die Wand gefräst, Leuchten in die Decke und Rosetten in die Türen, um eine völlig ebene Oberfläche zu erhalten. Da genügt schon ein Millimeter Ungenauigkeit, und man sieht die Grenzen des Machbaren. Auch konstruktive Details entfallen damit, im Zweifelsfall hilft Silikon. Die Bauherren freut das zunächst. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt;">So ein Laminatboden, im Nu zusammengeklickt, das gibt eine hygienische Versiegelung für den Allergiker. Dann diese wunderbaren Küchen mit ihren spiegelnden Fronten. Sieht klasse aus, wie Klavierlack. Alles, was man heute anschafft, muss dieses Ultrafinish haben. Schön. Die Hersteller feixen schon. Sie wissen, Glanz altert nicht. Er bekommt keine Patina. Man sieht jeden Kratzer, einmal anfassen und die Spurensicherung kann die DNA mit bloßem Auge erkennen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 14pt;">Mei, beim Postwirt, da stehen Tische mit massiven Eichenplatten. Sie haben mittlerweile runde Kanten, Brandflecke und Rotweinringe, und man sieht noch, wo der Micha einmal so ungeschickt in den Maßkrug vom Beppo gelaufen ist. Das sind Kulturzeichen, gelebte Geschichte. Aber es besteht Hoffnung, dass die Unzulänglichkeit der Fertigung, der sichtbare Makel der Produktion als Ornament verstanden wird. Heute zur traditionellen Faschings-Brotzeit im Verlag kommen die Kolleginnen alle mit Nahtstrümpfen. </span></p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 11:30:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Hochbau</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/ein-hochbau.html</link>
			<description>
Es gibt Städte, die deprimieren einfach. Cham in der Oberpfalz gehört dazu. Man kann den...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><img src="uploads/RTEmagicC_P1020673_Kopie.JPG.jpg" alt="Cham Hotel 1" width="540" height="405" /></p>
<p class="MsoNormal">Es gibt Städte, die deprimieren einfach. Cham in der Oberpfalz gehört dazu. Man kann den historischen Stadtgrundriss noch erkennen, aber das hinderte nicht daran, ihn mit unsensibler Architektur zu ergänzen.</p>
<p class="MsoNormal"><img style="float: left;" src="uploads/RTEmagicC_P1020672_Kopie_01.JPG.jpg" alt="Cham Hotel 2" width="200" height="267" />Und wenn dann auch noch Geschäfte und Gastronomie aufgeben, dann blickt man auf marode Fassaden, deren Schaufenster grell die Sonderangebote irgendwelcher Billigsortimente anpreisen – bis sie endgültig schließen und angeklebtes Packpapier den Einblick in die schmutzigen leeren Läden wehrt. Alte Ortsnamen – Apothekergässchen, Geigenmachergässchen, Hafnerstraße oder Kopfsteinstraße – lesen sich wie unbekannte Fremdworte.</p>
<p class="MsoNormal">Um so erfreulicher, wenn jemand investiert und baut. Aber es scheint, als läge ein Fluch über der Stadt, als sollte bewiesen werden, dass jedes neue Architekturattribut die Situation nur verschlimmern kann. Ein Höhepunkt (wörtlich!) stellt diese direkt an der Stadtmauer emporgestemmte Erweiterung eines ****Hotels dar.</p>
<p class="MsoNormal"><img style="float: right;" src="uploads/RTEmagicC_P1020680_Kopie.JPG.jpg" alt="Cham Hotel 3" width="340" height="453" /><link http://www.randsbergerhof.de/das-hotel-randsbergerhof-wellnesshotel-im-bayerischen-wald>Seine Website</link> erinnert an den geschichtsbeladenen „Schauplatz glanzvoller Feste mit Adeligen aus dem Chamer Unterland“. Vielleicht war es die Ehrfurcht vor diesem Platz, dass man sich nicht getraut hat, die Altstadt mit profaner Architektur zu besetzen und deshalb nur einen reversiblen Parkplatz unter der luftigen Konstruktion angelegt hat. Jetzt führt ein unheimlicher Durchgang („Passage“ steht auf einem Hinweisschild) zu einem Kinocenter neben Ruinen und Bahngleisen. Man ist sprachlos, hier erstirbt jede Ironie, die Realität ist zu grausam.</p>
<p class="MsoNormal">Oben in luftiger Höhe gibt es einen <link http://www.randsbergerhof.de/sky-pool>Sky-Pool</link>. Von dort sieht man auf die Türme und hohen Kirchenschiffe, die die Stadt überragen. Manchmal kommen außerirdische Gestalten in weißen Kapuzenbademänteln auf die umlaufenden Balkone und schauen herunter. Es wäre mehr als tragisch, wenn sie springen würden, aber wundern würde es auch nicht.<img src="uploads/RTEmagicC_P1020679_Kopie.JPG.jpg" alt="Cham Hotel 4" width="540" height="405" /></p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 11:18:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kitschige Horusaugen im Ägyptischen Museum</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/kitschige-horusaugen-im-aegyptischen-museum.html</link>
			<description>
Diese Lampen - Twicelight von Bobsini-Design - erinnern an Augen, manche haben sogar noch einen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style="vertical-align: top;" title="Twicelight 1" src="uploads/RTEmagicC_Lampe1.jpg.jpg" alt="Twicelight 1" width="540" height="397" />
Diese Lampen - Twicelight von Bobsini-Design - erinnern an Augen, manche haben sogar noch einen Mund dazu bekommen. Zu sehen waren sie im Neubau des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst. Im Rahmen der Munich Creative Business Week hat er schon vor der In-Betrieb-Nahme 2013 seine Türen für die Besucher der Sonderausstellung „mcbw momente – Denkräume für Design“ geöffnet. <br />Das Gebäude war dabei reiner Ausstellungsraum ohne geplante Interaktionen mit den Objekten – lediglich der eine Raum mit den <link http://www.bobsini-design.de/index.php/twicelight.html?97ed81faaf4d8b9a73e811f06165ca42=f5fdf28f9153f30a1e097287893bf993>Augenlampen</link> hat mich nach dem angemessenen Verhältnis zwischen den Exponaten und ihrem Umfeld fragen lassen.
<br /><img style="float: left;" title="Horusauge" src="uploads/RTEmagicC_289px-Eye_Horus_Louvre_Sb3566.jpg.jpg" alt="Horusauge" width="150" height="125" />Die Form und ihre suggerierte  Anleihe sind im Kontext des Ausstellungsraums interessant: Das Auge symbolisierte im Alten Ägypten die Sonnenscheibe der Sonnengötter; die zugehörige Hieroglyphe ist das Horusauge (links). Der Lichtgott Horus verlor im Kampf gegen seinen Bruder das linke Auge, das vom Mondgott Thot wieder hergestellt werden konnte. Als Symbol auf Amuletten sollte es gegen den „bösen Blick“ und vor Unfällen schützen.
<br /><img style="float: left;" title="Twicelight 2" src="uploads/RTEmagicC_Lampe2.jpg.jpg" alt="Twicelight 2" width="200" height="187" />Und dann steh ich im passenden architektonischen Umfeld für diese Gedanken und was seh ich? Lampen, die in ihrer Farbigkeit wie Modeschmuck daherkommen und die religiöse Bedeutung, die ihre Formen in diesem Umfeld unweigerlich evozieren, sofort wieder unterlaufen. Zusammen mit der „ägyptischen“ Musik im Ausstellungsraum ergibt sich eine recht seltsame Anmutung. Ob dieses Flair von touristischem Basar dem Verkauf der Lampen zuträglich war? Und ob die in der Produktbeschreibung angepriesene Wohlfühlatmosphäre  angesichts einer Leuchte aufkommt, die mich die ganze Zeit anstiert, mag sowieso  dahingestellt bleiben.
<sup>2. Foto: Marie-Lan Nguyen</sup>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 13:10:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Shenzhen Architekturbiennale: Mehr Mensch bitte! </title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/shenzhen-architekturbiennale-mehr-mensch-bitte.html</link>
			<description>
Übermorgen endet die vierte Architekturbiennale in Shenzhen und Hong Kong. Der Bauboom gerade in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<em><img style="vertical-align: middle;" src="uploads/RTEmagicC_IMG_9233_03.jpg.jpg" alt="" width="540" height="360" /></em>
<em>Übermorgen endet die vierte Architekturbiennale in Shenzhen und Hong Kong. Der Bauboom gerade in Shenzhen ist beeindruckend. Doch hat die Biennale diesen inspiriert? Die chinesische Medienkünstlerin Mi You machte sich ein Bild – hier ihr Text. </em>
 
Shenzhen arbeitet an seiner „Soft Power“, und hat mit Terence Riley einen Nicht-Chinesen als Chefkurator verpflichtet. Mit dem Motto: „Architektur schafft Städte, Städte schaffen Architektur“ macht er aus dem Zusammenhang von Städten und Baukunst ein Rätsel. Das passt irgendwie zum Hintergrund von Shenzhen, wo momentan die Werte des „Höher, Besser, Schneller“ verehrt werden.
Architekturprojekte allerorten: „Shenzhen Builds“ ist eine Hochglanz-Präsentation von fünf großformatigen, lokalen Projekten von Starchitekten. „8 Urban Projects” präsentiert in ähnlicher Form acht Projekte in ganz China. Jenseits des immanenten Wohlfühlfaktors von Architekturausstellungen fragt man sich allerdings, wo hier die Stadt-Aspekte sind.
Inspiriert von der „Strada Novissima“, der „neuesten Strasse” von Paolo Portoghesi auf der Venedig Biennale von 1980, bildet „The Street” das Zentrum der Hauptausstellungshalle. Sie könnte als Kern von Rileys Ausstellungskonzept interpretiert werden.
<img src="uploads/RTEmagicC_IMG_9337.JPG.jpg" alt="" width="300" height="200" />
Die Ausstellung von 1980 hatte eine Botschaft: Idee und Form von Architektur haben in den Hintergrund zu treten, die Fassade solle zum Manifest werden. Noch 30 Jahre später ist das Gespenst dieser Metapher spürbar. Die zwölf teilnehmenden Architekten aus aller Welt wurden im Gegensatz dazu aber ermutigt, eher räumliche und materielle als zweidimensionale Fassaden zu schaffen. Das führte dazu, dass man eine typische Shenzhen-Botanik gepflanzt hat, einen riesigen schwarzen Ballon errichtete (wollten MAD Architektur aus Peking hier einen Hinweis auf den aufblasbaren Charakter von Architektur selbst geben?) und weiße Troddeln aufhängte, die die Grenzen des Raums markieren (Atelier Deshaus, Shanghai). Der Versuch, der bloßen Produktion interessanter Fassaden zu entkommen, scheint aber doch irgendwie in einer Falle enden.
Johnston Marklee (Los Angeles) schafft mit Reflektionen im Innenraum einen deformierten Panorama-Effekt; Jürgen Mayer H. (Berlin) spielt mittels musterartiger elemente mit der Vielschichtigkeit von Innen und Außen. Und klar, diese Ideen werden nett ausgestellt, die Besucher können sich in hübschen Posen davor fotografieren lassen. Es hätten aber noch stärker emotionale Beziehungen hergestellt werden können – nicht zu den schrillen Ansprüchen von heldenhaften Architekten oder Designern, sondern zu denjenigen, die diese Räume bewohnen und sie den eigenen Bedürfnissen anpassen.
Wenn „The Street” eine verinnerlichte Fassade ist, dann bildet das öffentliche Kunstwerk „10.000-Flower-Maze” von John Bennett und Gustavo Bonevardi das genaue Gegenteil davon: Ein nach außen verlagerter Nicht-Raum, bestehend aus orangenen Sicherheitskegeln, die über die gesamte Spanne der enormen Plaza am Fuße des Shenzhen Civic Centers im Muster des mystischen Labyrinths des weitgehend zerstörten alten Sommerpalastes in Peking aufgestellt wurden. Während die Plaza schon an normalen Tagen nur von wenigen Besuchern überquert wird, machen die Sicherheitskegel die Abwesenheit von Menschen noch deutlicher. Die politischen Implikationen des Raumes werden sichtbar. Und indem das Werk sich das visuelle Vokabular des städtischen Raumes aneignet, verbindet es den Eindruck von Möglichkeiten mit der Ankündigung von Zukunft.
Anders als andere öffentliche Arbeiten der Biennale, die das klare Ziel haben, das Publikum einzubinden, spielt „10.000-Flower-Maze“ durch die unterschiedlichen Kontaktebenen mit der Psyche der Besucher. Die schiere Größe des Werkes, kombiniert mit seiner metaphorischen Bedeutung, wird sich im Herzen der Besucher festsetzen – und hoffentlich in der Geschichte dieser Biennale.
Heitere semi-architektonische Führungen prägten den Kalender der Biennale. „And then it became a city“ von David van der Leer ist eine Ausstellung von Videokünstlern und Filmmachern aus sechs weniger als 60 Jahre alten Städten (Chandigarh, Gaborone, Almere, Brasilia, Las Vegas, Shenzhen). Shenzhen ist mit Abstand die jüngste. Konzipiert als Bustour, durchquert das Event die Landschaft von Shenzhen. Es liegt Schönheit in den Video-Kunstwerken, in denen sowohl Poesie als auch Ironie eingesetzt werden, um die Frage zu beantworten, wann sich neue Orte in Städte verwandeln.
<img src="uploads/RTEmagicC_R0023658.JPG.jpg" alt="" width="300" height="225" />
Die Schönheit verdoppelt sich, wenn sie dem zufälligen Publikum einer Bustour mit wechselnder Route vorgeführt wird. Fortbewegungsmittel, Architektur und Gesichter des realen Shenzhen stehen der Stadt in den Videos interessant gegenüber. Vermutlich können nur die Stadtbewohner selbst kollektiv entscheiden, ob sich der neue Ort in eine wirkliche Stadt verwandelt. Offensichtlich ist die Antwort dabei nicht, wie das Video aus Versatzstücken von Bildern des Künstlers Wang Gongxi zeigt.
Die Tour transportiert das Publikum in einen Raum, in dem das Reale und das Vorgestellte, Bewusstes und Unbewusstes, Alltägliches und endlose Geschichte nebeneinander bestehen, und schafft somit ein unerklärliches Gefühl für die Stadt. Das Projekt integriert auch weibo – China’s twitter – um den Austausch von Erfahrungen einfacher zu machen. Shenzhen sollte sich ernsthaft überlegen, die Tour zum Teil ihrer städtischen Sehenswürdigkeiten zu erklären.
Das Schlagwort dieser Biennale war Partizipation. Mitbestimmung beim Stadtplanungsprozess ist im Verlauf von Chinas rapider Urbanisierung nie ein Thema gewesen. Es ist einleuchtend für Shenzhen, die jüngste der chinesischen Mega-Cities, dieses Schema zu durchbrechen. Um der Öffentlichkeit ein besseres Verständnis der städtischen Entwicklung zu geben, hat die Stadtentwicklungsabteilung ein Forum geschaffen, in dem die Bewohner den Masterplan für ein Projekt besichtigen konnten, das Shenzhens künftiges Manhattan werden soll. Bewohner können hier zwischen verschiedenen Zukunftsvisionen wählen: „Welche Preisspanne ist für Wohnungen ideal”, „Welche Fortbewegungarten würden Sie wählen im Verhältnis zum Schadstoffausstoß” usw. Die Raumentwürfe gehen wahrscheinlich zu weit, um noch publikumsfreundlich zu sein. Am meisten Aufmerksamkeit finden sie bei Kindern.
Das Projekt „Ghana ThinkTank: Developing the First World“ von Kurator John Ewing kann im Gegensatz dazu nicht als partizipatorisch bezeichnet werden. Allerdings schafft es eine interessante Dynamik zwischen der Öffentlichkeit und den Initiatoren. Als Netzwerk von Dritte Welt-Denkfabriken entwickelt es Lösungen für Probleme der Ersten Welt, die dort von der Öffentlichkeit gesammelt und dann an die Denkfabriken in Entwicklungsländern zur Analyse geschickt werden. Die Lösungen werden in den Ursprungsländern realisiert und das Feedback untersucht. (Ein großartiges Beispiel: Das “Karlsruhe-Problem”. „Das Theater hier zeigt nur Mist. Nichts für junges Publikum….nur für alte Leute”. Die Lösung: „Lasst eine Theatertruppe eine Seifenoper fürs Publikum spielen, als echtes Leben”.) Wir werden bald von weiteren Ideen dieser Think Tanks hören. Und ich bin nicht die Einzige, die sie im Auge behalten wird. Ein solches Engagement über einen längeren Zeitraum ist bedeutsam für die Idee von Partizipation. In diese Richtung sollte auch die Biennale selbst geführt werden.
Fazit: Die Biennale liefert durchaus gute Einsichten in Stadtentwicklung, öffentliches Engagement und die Selbstdarstellung von Architekten (oder dazu, welche Darstellung vermieden werden sollte). Shenzhen könnte sich einige der Ideen zu eigen machen, um das „Größer, Besser, Schneller“ zu ersetzen. Aber: Der Möbiusband-Slogan „ Architecture Creates Cities. Cities Create Architecture” lässt den menschlichen Faktor zu sehr außen vor. So selbstgenügsam ein Möbiusband auch aussehen mag – erst die Substanz rings herum hält es in Bewegung.
 
<sub>Übersetzung aus dem Englischen: Daniela Reinsch</sub>
 
<em><img src="uploads/RTEmagicC_Mi_YOU_profile.jpg.jpg" alt="" width="300" height="279" /></em>
<em>Mi You ist Medienkünstlerin, unabhängige Kuratorin und Autorin. Dabei lässt sie sich jeweils von ihren soziopolitischen Interessen leiten. Ausstellungen hatte sie bereits in Europa und den USA. Sie schreibt regelmäßig für die chinesische Abitare.</em>
 
<sub>Fotos: Ruoyu Chen und Mi You</sub>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 17:58:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>The Big Freeze</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/the-big-freeze.html</link>
			<description>
Die Immobilienwelt hat es auch nicht leicht. &quot;Angst kehrt zurück&quot;, &quot;Was vor uns liegt, wird...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style="vertical-align: middle;" title="The Big Freeze" src="uploads/RTEmagicC_Big_Freeze_01.jpg.jpg" alt="The Big Freeze" width="540" height="341" />
Die Immobilienwelt hat es auch nicht leicht. "Angst kehrt zurück", "Was vor uns liegt, wird hart", "Warten auf die Notverkäufe" und "Adapt or die" – dies waren die Titel der Marktstudien, die das <link http://germany.uli.org/>Urban Land Institute</link> und <link http://www.pwc.de/>PWC</link> in den vergangenen Jahren vorgestellt hatten. Und in diesem Jahr? "Prepare for the Big Freeze". Brrr, ganz schön zugig in der coolen Welt der Bauinvestments. Passend zum Thema hatte auch noch das Bürogebäude, in dem die Studie vorhin eigentlich präsentiert werden sollte, mit einem Wasserschaden zu kämpfen (was mein Foto oben knallhart investigativ belegt).
Doch es gibt auch gute Nachrichten – vor allem wenn man wie ich in einem warmen Büro in München sitzt. Bayerns Kapitale ist nämlich der europäische Markt, den die Experten am zweitpositivsten einschätzen. Im Klartext: Hier zu investieren lohnt. Na dann mal los! Wobei natürlich die Frage offen bleibt, ob davon auch Münchner Architekten profitieren oder nur die großen Markennamen.
<img src="uploads/RTEmagicC_IMG_3757.jpg.jpg" alt="" width="300" height="400" />
Noch optimistischer als nach München blicken die Manager der Geldströme übrigens an den Bosporus. Istanbul ist im Kommen: Die Wirtschaft dort wächst schnell, und in der Türkei gibt es sogar noch Banken, die Projekte finanzieren. Das ist offenbar nicht mehr selbstverständlich (fragen Sie mal die Griechen, Spanier oder Portugiesen).
Und nicht nur die türkischen Immobilienmärkte florieren. Politische Weihen könnten für die Türken demnächst anstehen – der EU-Beitritt nämlich. Immobilienmanager Thomas Höller drückte es so aus: "In ein paar Jahren könnte die EU die Türkei anflehen, Mitglied zu werden." Wie attraktiv das für die Türken überhaupt wäre, steht freilich auf einem anderen Blatt.
Ansonsten hatte ich zugegeben mit einigen verbalen Preziosen der Insider zu kämpfen. Immobilienmanager haben eine eigene Sprache. In der ist zum Beispiel "opportunistisch" handeln nicht moralisch fragwürdig, sondern eine von verschiedenen Geschäftsstrategien. "Investoren haben keinen Appetit auf Risiko" ist keine Aussage zur Kochkunst, sondern eine Einschätzung makroökonomischer Daten. Und zwar keine banale. Denn anders als in der Welt da draußen, gibt es in der Immobilienbranche scheinbar durchaus Zeiten, in denen Risiko "schmeckt". Und, Sie werden es ahnen: Auch die "Big Freeze" aus dem Titel steht auch nicht für einen kalten Winter, sondern für Situationen, in denen man schwer an Gelder für neue Projekte herankommt. Wie dieser Tage.]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 11:50:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>7. Sendungsbewusstsein</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/7-sendungsbewusstsein.html</link>
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Man sagt noch Postamt, aber ein Amt ist die Deutsche Post AG schon lange nicht mehr. Und deshalb...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="uploads/RTEmagicC_DRINNEN_09.jpg.jpg" alt="Drinnen Cover" width="540" height="284" />
<p class="MsoNormal">Man sagt noch Postamt, aber ein Amt ist die Deutsche Post AG schon lange nicht mehr. Und deshalb trauern wir den herrschaftlichen Gebäuden nach, die in Ilmenau, Bad Ischl oder Bonn stehen, natürlich den modernen Filialen von Robert Vorhoelzer in München.</p>
<p class="MsoNormal">Noch Mitte der neunziger Jahre schien die Privatisierung von einem leisen innenarchitektonischen Anspruch begleitet. Doch nun ist der Rubikon überschritten. Sofern man nicht bei Edeka oder in einer Paketstation seine Sendungen erledigen lässt, begibt man sich in ein aberwitziges Lokal, das zwischen Briefmarken-Lounge, Schreibwarengeschäft und Restebasar changiert. Die vorherrschenden Farben Blau und Gelb ließen auch an ein Wahlkampfbüro der FDP denken, aber bei der momentanen Parteigröße wäre der Aufwand übertrieben. Inzwischen kann man hier sogar einen Pappe-Kaffee trinken und seine Kinder in eine Spielecke verfrachten, was als Hinweis auf die Wartezeiten gedeutet werden kann.</p>
<p class="MsoNormal">Auf den ersten Blick weiß man gar nicht, um was für eine Einrichtung es sich überhaupt handeln könnte, weil Dutzende von Werbeschildern und gestapelten Sonderangeboten den Blick verstellen. Es gibt Plastikuhren, Modellautos, PC-Spiele, Geschenkgutscheine, Kuscheltiere, Packsets und Klebeband, man kann im „Finanzcenter“ Geldgeschäfte abwickeln oder seinen Stromanbieter wechseln. Das ist zunächst ja nicht blöd, wenn vernünftige Dinge zusammenkommen. Im Wilden Westen zum Beispiel konnte man sich rasieren lassen und dabei einen Whiskey trinken, während der Sheriff im Saloon nebenan einem Halunken ins Bein geschossen hat. Aber welche Filme könnten heute in diesem Postverhau spielen?</p>
<p class="MsoNormal">Es sieht aus, als hätte der personifizierte Kapitalismus einen Anschlag auf sich selbst ausgeführt. Leid tun können einem die Angestellten, sie arbeiten nebeneinander hinter einem langen Tresen und müssen sich von der wartenden Menschenschlange fortwährend anstarren lassen. Alle tragen gelbe Kasperl-Krawatten mit blau-roten Diagonalen. Jeden Tag. Man sollte Amnesty informieren.</p>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 00:00:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Woher kommt der Bär? Podiumsdiskussion „Smart Working“</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/woher-kommt-der-baer-podiumsdiskussion-smart-working.html</link>
			<description>Immer mehr Menschen arbeiten im Büro, immer mehr von ihnen werden in ihrer Arbeitsumgebung krank....</description>
			<content:encoded><![CDATA[Immer mehr Menschen arbeiten im Büro, immer mehr von ihnen werden in ihrer Arbeitsumgebung krank. Und daran sind nicht nur mobbende Kollegen oder Überarbeitung schuld, sondern auch ungünstig gestaltete Räume. Wie man diese besser baut, diskutierten gestern im Rahmen der Munich Creative Business Week Leute vom Fach: Laurent Brückner (Brückner Architekten), Susanne Brückner (Brückner Innenarchitekten), Jörg Kelter (Fraunhofer IAO Office Innovation Center), Helmfried Klein (Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik), Markus Menzinger (Office Pool GmbH) und Alexander Bretscher (Office Services Manager Kraft Foods) erörterten, wie Architekten dem Raumstress entgegenwirken können.<br /><img style="vertical-align: top;" title="Headquarter Kraft Foods Zürich" src="uploads/RTEmagicC_06_Brueckner_Architekten.jpg.jpg" alt="Headquarter Kraft Foods Zürich" width="540" height="360" /><br />Smart Working meint in diesem Zusammenhang: die richtige Umgebung für die Menschen und deren Potenziale schaffen. Dabei gibt es natürlich nicht den idealen Arbeitsplatz, denn Verwaltungsbeamte arbeiten anders als Manager, junge Menschen stellen andere Anforderungen als ältere Angestellte. Das zu berücksichtigen ist schon der erste Schritt in Richtung zufriedene Büromenschen. Denn die häufigste Krankheitsursache sind aufgezwungene Arbeitsplatzsituationen. Der ergonomisch geformte Chefsessel und anderes Mobiliar bilden nur den Anfang. Richtiges Klima, ausreichende Beleuchtung, die adäquate technische Ausstattung, die polare Organisation – also der Wechsel von  Ruhe- und Arbeitsbereichen – sowie ein klares Raumkonzept sind mindestens ebenso wichtig.
<img style="vertical-align: top;" title="Headquarter Kraft Foods Zürich - Silent Room" src="uploads/RTEmagicC_Silent_Room.jpg.jpg" alt="Headquarter Kraft Foods Zürich - Silent Room" width="540" height="360" />
Viel versprechen sich die Raumplaner momentan davon, die Arbeitsplatzsituation übersichtlich und offen zu gestalten. „Es geht darum, Räume les- und ein stückweit berechenbar zu machen“, sagt Susanne Brückner. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich anhand des Wegesystems erkennen kann, aus welcher Richtung die Kollegen an mir vorbei kommen. Unsere Unruhe angesichts unklarer Raumsituationen hängt mit einem Urinstinkt zusammen: Wir erwarten unbewusst noch immer, hinterrücks von einem Bären attackiert zu werden und suchen Schutz. Aber wenn ich schon mal weiß, aus welcher Richtung der Bär kommen könnte, kann ich die Arbeit entspannter und konzentrierter angehen.<br /><img style="vertical-align: top;" title="Headquarter Kraft Foods Zürich" src="uploads/RTEmagicC_Open_Space.jpg.jpg" alt="Headquarter Kraft Foods Zürich" width="540" height="360" /><br />Exemplarisch haben Brückner Architekten und Innenarchitekten diese Ansätze letztes Jahr im <link http://www.bruecknerinnenarchitekten.de/news/bruckner-innenarchitekten-gestalten-das-europaische-headquarter-von-kraft-foods-in-zurich>Europäischen Headquarter Kraft Foods in Zürich</link>(Bilder) umgesetzt.]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 13:10:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Architektur hat Konsequenzen! Kurator Lukas Feireiss im Interview</title>
			<link>http://www.baumeister.de/blog/architektur-hat-konsequenzen.html</link>
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Am kommenden Freitag eröffnet in Berlin die Ausstellung &quot;Testify! The Consequences of...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<img style="vertical-align: middle;" src="uploads/RTEmagicC_Architektur_und_ihre_Konsequenzen_04.jpg.jpg" alt="" width="540" height="293" />
Am kommenden Freitag eröffnet in Berlin die Ausstellung "Testify! The Consequences of Architecture". Wir interviewten Kurator Lukas Feireiss vorab.
<em>Lukas, was sind für Dich die "Consequences of Architecture"?</em>
Nun, eine Konsequenz bezeichnet erst einmal eine oft zwingende, mindestens jedoch mögliche Folgeerscheinung. In unserem Falle beziehen sich Ausstellung und Buch unter diesem Titel auf die Ursachen-Folgen-Beziehungen von Mensch und Architektur. Präsentiert wird eine Sammlung internationaler Projekte, deren Geschichten buchstäblich durch Interviews und Zeugnisse von betroffenen Bürgern, Bewohnern und Alltagsnutzern aus erster Hand erzählt werden. Also von genau den Menschen, die nach Fertigstellung eines Baus tagtäglich die "Konsequenzen" der Architektur leben. Diese bewusste, kritische Rückwendung zum gelebten Alltag der Architektur wird jedoch von der Architektenschaft allzu oft vernachlässigt, obwohl sie sich als ausgesprochen lehrreich erweist. "Consequences of Architecture" heißt hier also auch aus Fehlern lernen können.
<em><img src="uploads/RTEmagicC_Lukas_Feireiss_by_Roman_Goebel_02.jpg.jpg" alt="" width="300" height="453" /></em>
<em>Was können Architekten weltweit von einer afghanischen Skateboardhalle lernen?</em>
Du meinst Skateistan, die erste Skateboardschule in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Bevor ich auf den "pädagogischen" Mehrwert dieses wunderbaren Projektes eingehe, muss ich an dieser Stelle vielleicht kurz anmerken, dass Ausstellung und Buch nicht allein architektonisch-bauliche Projekte darstellen, sondern ganz unterschiedliche, kreativ-transformative Schaffenspraktiken in unserer gebauten Umwelt vereinigen. Das internationale, inhaltliche Spektrum von Testify! umfasst sowohl Wohn-und Schulbauten, als auch temporäre architektonische Interventionen und informelle künstlerische Praktiken im Stadtraum, ebenso wie kommunale Initiativen und interdisziplinäre think-tanks weltweit. Dabei geht es um die Schaffung von Orten, die als soziale, kulturelle und kommunale Katalysatoren in ihrem jeweiligen Kontext funktionieren.
<em>Und solch ein Ort ist die Skateboardschule in Kabul?</em>
Genau. Deren Hardware, also deren Architektur, ist weniger von Interesse als ihre Software, also die soziale Strahlkraft. Als unabhängige und neutrale Nichtregierungsorganisation bringt Skateistan Kinder und Jugendliche aus verschiedenen ethnischen Gruppen und sozialen Schichten zusammen und hilft diesen, soziale und Stammeszugehörigkeitgrenzen zu überwinden. Das Skateboard ist dabei letztendlich ein Mittel zum Zweck. Ein soziales Vehikel und die Skateboardhalle einer der wenigen sicheren Lehr-und Lernorte in Kabul.
<em><img src="uploads/RTEmagicC_TESTIFY__Cover_02.jpg.jpg" alt="" width="300" height="375" /></em>
<em>"Integrative Planungsprozesse" liegen den von Dir vorgestellten Projekten zugrunde. Wie weit kann die Integration gehen?</em>
Integrativ heißt hier im Grunde nicht mehr und nicht weniger als alle relevanten Faktoren – seien sie sozialer, politischer, kultureller oder ökologischer Natur – bei der Planung und Entwicklung von Projekten mit einzubeziehen. Vor dem Hintergrund all dieser komplexen, urbanen Realitäten geht es also um einen ebenso kritischen wie flexiblen Gedanken-und Ideenaustausch. Ein produktives Denken und Handeln über disziplinäre Grenzen hinaus sozusagen. Wie weit der Einbezug dieser Standpunkte vollzogen werden kann, ist jedoch eine Frage, die sich nicht einfach pauschal beantworten lässt. Überhaupt geht es mir mit Ausstellung und Buch weniger darum, Antworten zu finden, als vielmehr darum, Fragen zu stellen.
<em>Wesentlich ist für Dich die Nutzerperspektive. Bei welchem Projekt wurde die besonders erfolgreich integriert?</em>
Eigentlich bei all den Projekten, die sich nicht nur während des Design-Prozesses viel Zeit genommen haben, sondern auch vorher und nachher. Die Liste reicht hier von <em>Raumlabors Eichbaumoper</em> in Deutschland, bis zu <em>atelier d'architecture autogérée's Le 56/Eco-Interstice</em> in Frankreich oder <em>Atelier Lia Xiaodong's Bridge School </em>in China. Also all die Projekte, die sich zeitintensiv mit den lokalen Eigenheiten der Orte und den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Anwohner beschäftigt und aktiv den Austausch und Diskurs gesucht haben. Diese Form der Auseinandersetzung stellt natürlich in gewisser Weise die Autonomität des Architekten in Frage, da dieser nicht mehr als autark gestaltender Player im Stadtgefüge agiert, sondern sich kritisch-reaktiv mit der Nutzungsebene seiner Bauten auch nach ihrer Fertigstellung auseinandersetzt. Doch selbst unter den besten Bedingungen ist ein Projekt nicht vor dem Scheitern gefeit. Architektur ist letztendlich auch nur, um es mit Stewart Brand zu formulieren, ein "fiasco-by-fiasco Approach to perfection".
<em>Glaubst Du, mit Deiner Ausstellung einen "neuen Typus Architekturdarstellung" zu definieren?</em>
Nein, sicherlich nicht. Ich sehe mich vielmehr in der Tradition einer jungen Generation urbanen Kreativer – Architekten, wie Nichtarchitekten und Künstler, theoretisch Reflektierender wie praktisch Schaffender –, für die die Auseinandersetzung mit Architektur und Stadtraum in all ihrer Vielfältigkeit eigentlich eine natürliche Notwendigkeit darstellt. Mir geht es darum, Möglichkeitsräume im Stadtbild zu eröffnen und Wahrnehmungs-und Aneignungswerkzeuge für ein neues Verständnis von Stadt und Urbanität anzubieten.<br /><br /><em>Lukas Feireiss studierte Religionswissenschaft, Ethnologie und Philosophie in Berlin und Rom mit Schwerpunkt auf architekturtheoretische Fragestellungen. Als Kurator, Herausgeber, Autor und Künstler in der Vermittlung von Architektur, Kunst und visueller Kultur jenseits disziplinärer Grenzen ist es sein Anliegen, "Architektur und Raum als zentrale Kategorie im kultur-und medientheoretischen Diskurs zu festigen". Feireiss unterrichtet an verschieden Universitäten weltweit und ist momentan Gastprofessor für raum&designstrategien an der Kunstuniversität Linz. </em><br /><em><link http://www.studiolukasfeireiss.com>www.studiolukasfeireiss.com</link></em>
 
<em>"Testify! The Consequences of Architecture" ist ab dem 11. Februar im DAZ, Köpenicker Str. 48, 10179 Berlin zu sehen.</em>
<em><br /></em>
<sub><em>Foto von Lukas Feireiss: Roman Goebel</em></sub>]]></content:encoded>
			
			
			<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 09:00:00 +0100</pubDate>
			
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