04. April 2012 / Christina Raabe

„The Swarm“ in der bayerischen Architektenkammer

The Swarm - Detail

Tausende von Vögeln starten vom Nymphenburger Schloss, tauchen ab über dem Garten der Architektenkammer, um sogleich wieder aufzusteigen und sich ein neues Ziel zu suchen.

Mit Impressionen wie dieser begann ein Entwurfsprozess, den Besucher der Bayerischen Architektenkammer momentan nachvollziehen können – inklusive Endresultat: der rund vier Meter hohen Skulptur namens „The Swarm“. Studenten am Lehrstuhl für Emerging Technologies der TU München hatten sich im Rahmen einer Semesterarbeit zu dem Projekt zusammengetan. Endgebilde, Entwurfsskizzen und die Ergebnisse des Wettbewerbs am Beginn des Projektes sind jetzt in München zu betrachten.

Das Thema Schwarm ist nicht nur ästhetische Grundlage, es scheint auch Prinzip des Projektes gewesen zu sein. Nicht nur, weil es sich um eine Gruppenarbeit handelte. Die Architekturstudenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter arbeiteten darüber hinaus mit Lehrstühlen außerhalb der Architektur und mit externen Partnern wie der Materialprüfanstalt und Tragwerksplanern zusammen. Von Studentenseite zeichnete für den ersten Entwurf Magnus Möschel verantwortlich; Sabrina Appel, Max Langwieder und Sascha Posanski entwickelten diesen weiter, machten ihn schließlich umsetzbar und managten die Kontakte außerhalb der Uni.

The Swarm

Der Ursprungsentwurf bestand aus über 4.000 parametrischen Elementen – sprich Vögeln. Diese wurden auf 211 reduziert. Neue parametrische Abhängigkeiten wurden definiert, Materialien getestet und die Statik überprüft – und das alles in nur vier Monaten.

Das Endobjekt verlor im beschriebenen Prozess ein wenig vom ursprünglichen Pavilloncharakter, aber in seiner Kompaktheit und mit durchdachten Details hat es an skulpturaler Qualität gewonnen. Das elegante Endergebnis verrät nichts von den Problemen im Entstehungsprozess: Erste Materialtests verliefen erschütternd. Kurz vor Vollendung fehlten Vögel. Und am Abend vorm Fräsen mussten alle 630 Faltlaschen geändert werden.

Die Ausstellung über die Entstehung des Projektes vom ersten Ideenwettbewerb bis zum realisierten Objekt ist bis zum 04.05.2012 in der bayerischen Architektenkammer in der Waisenhausstraße 4, München zu sehen. Geöffnet ist sie von Montag bis Donnerstag 9.00-17.00 Uhr und Freitag von 9.00-15.00Uhr. Der Eintritt ist frei.

 
 
 
 
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